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zweitausendzehn / zwei / Gedankenhaie von Steven Hall

Als ich dem Gedanknehai Zutritt gewährte
war es nur noch eine Frage der Zeit,
bis die Geschichte micht endgültig verschlang.
Eric Sandersons Alptraum war zu meinem geworden
und die Suche nach Identität
zu unserer.

"... Sie schenkte mir ein kurzes, listiges Lächeln, und irgendetwas in mir flammte kurz auf, ein abseitiges, bekannt-unbekanntes Gefühl. Der Hauch eines Anflugs einer Regung, die schon in der nächsten Sekunde wieder in sich zusammenfiel."
15.3.10 13:41


zweitausendzehn / zwei / Gedankenhaie von Steven Hall

"`Wenn du das hier liest, bin ich nicht mehr da. Geh ans Telefon und drücke die Kurzwahltaste 1. Der Frau, die den Hörer abnimmt, sagst Du, Du seist Eric Sanderson. Die Frau ist Dr. Randle. Sie weiss, was passiert ist. Es ist sehr wichtig, dass du sofort hingehst. Versuch nicht, das Problem selbst zu lösen. Mit grossem Bedauern, wenngleich nicht ohne Hoffnung, der erste Eric Sanderson´ mit diesem unerklärlichen Brief beginnt ein Abenteuer jenseits aller Vorstellungskraft, in dem nur ein sicher ist: Er wird von einer unsichtbaren Macht verfolgt, die sein Leben bedroht. Aber vielleicht geschieht das alles nur in seinen Gedanken ? ..."

Seite sechzig bis sechsundsechzig.
Die Worte werfen mich zurück.
Immer wieder muss ich das Buch zur Seite legen.

Ich fühle mich ein Bisschen wie Eric Sanderson, Gedanken fressen mich auf, schicken mir die Haie, welche mich verfolgen, sich nicht abschütteln lassen. Das Haus wirkt wie ein Kopf.
Sein Kopf, mein Kopf. Überall passieren Dinge. Prozesse, welche unser Handeln beeinflussen.
Worte überfluten ihn, mich.
Die Verdrängung funktioniert perfekt, Briefe werden nicht gelesen, Gedanken werden zur Seite geschoben.
Man schiebt sie einfach zur Seite. Ohne sie weiter zu beachten bedeckt man sie mit neuen Informationen, aber sie rumoren in uns, suchen sich ihren Weg an die Oberfläche, bis sie ausbrechen.
12.3.10 14:40


zweitausendzehn / eins / Das schwarze Grab von Martin Conrath

"Die Menschheit lässt sich keinen Irrtum nehmen, der ihr nützt.
Sie würde an Unsterblichkeit glauben,
und wenn sie das Gegenteil wüsste.
[Friedrich Hebbel]"

Die Heimat zerrt an meinen Gedanken, als ich von Ihr lese. Das schwarze Gold. Ich denke an den alten Mann. Der mit dem Vollbart und dem traurigen Blick. Melancholie. Ein Holzpfahl hat ihm einen km unter der Erde das Zwerschfell zerfetztals er auf ihn krachte und den Magen unaufhaltsam hindurch trieb.
Er hatte sich nie von dem Grubenunglück erholt. Ich lese weiter und das Unglück findet erwähnung, während ich mit einem Eisen erschlagen werde. Wohl eher meine Namensvetterin.
Ich sehe ihn in der kleinen Küche sitzen, die mit dem Backsteinmuster und der kaputten Eieruhr, welche liebevoll in den Schrank eingelassen ist. Ich erinnere mich nicht mehr an einen Tag, an dem sie noch funktionierte. Sein Blick durchbohrt mich von tief drinnen, während die Protagonisten km unter der Erde eingeschlossen sind. Ein Körper wird von einer Fördermaschiene zerfetzt. Der ernste Blick, die Hände auf seinem Stock liegend sitzt er also da. Und dann schmunzelt er. Sein mund war seit ich denken kann von einem weiss-grauen Bart umspielt und wenn er lächelte hatte es immer etwas spitzbübiges. Immer. Etliche Krankenhausaufenthalte nahmen ihm die Kraft und am Ende hatte die Aggression ihn aufgefressen. Er erkannte uns nicht mehr. Er hat es nicht ertragen, das alt werden. Sein Verstand bekam Lücken, wie die Erinnerung. Lücken, welche der Fels in der Brandung immer wieder stopfen musste. Schmerzlich stopfen musste. er hat es nicht ertragen, dass sie ihm geistig überlegen zu sein schien. Der Fels in der Brandung war an den Tisch gefesselt, während er lief, aber nicht mehr alles verstand, was er tat. Dann blieb sein Herz stehen. Die Krankheit zollte ihren Tribut und das Bild blieb langsam stehen. Verschwamm, bis es unter Tage eingefroren wurde. Ich erinnere mich an Gummibälle in der Sulzbach, welcher für uns immer ein reissender Strom gewesen war. An Tage auf dem Spielplatz, Kirmeseis und das Geräusch der Güterwaggons hinter dem Haus. An seinen legendären Kartoffelsalat mit Wienern und die unzähligen Geburtstage in der alten Grubenwohnung. Höre seine Stimme, welche nicht dunkel und nicht hell war. Einprägsam. Irgendwo dazwischen. Er hat Schnecken geliebt und Muscheln mit ganz viel Kräuterbutter. Ich erinnere mich an das Essen, welches er mir immer als Kind gekocht hat. Seine Gulaschsuppe war die Beste weit und breit. Der Herd war seine Leidenschaft und jeder wusste warum ...
10.3.10 14:28


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