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knöpfchen.

einundfünfzig.

Ich lese unsere letzten Worte.
Das ganze ist nun über drei Monate her.
Die Worte setzen sich in meinem Kopf fest,
rühren alles herum. Ich muss raus.
Laufe so lange durch die Nacht und den Regen,
bis das Wasser mir aus den Schuhen läuft
und aus den Augen.


"What you feel
When I dance with you
Can't be real
Because my love is gone for you

I know it hurts
But what can I do
Believe it hurts me too"

Mein Heldenmädchen kommt früher heim als erwartet,
wir reden noch lange über den Antrag,
über die vermeintlichen Erwartungen und
über das, was meinen Kopf so schwer werden lässt.
Dann schlafen wir ein.
Sie zweifelt nicht,
nicht an mir, nicht an uns, ist einfach da
und das ist gut so.

Das mit den Metastasen schlägt mir auf den Magen und die Eisentablette tut den Rest dazu.
Ganz wund fühlt sich alles an.
In meinem Bauch, in meinem Kopf.
Die Nacht verbringe ich wieder alleine und es fühlt sich so an,
als wär sie schon Wochen lang weg.

Als ich heim komme, steht vor dem Fernseher eine Karte.
Ich habe die besten Freunde der Welt.
2.9.10 11:43


fünfzig.

verlobt.
5.8.10 07:50


neunundvierzig.

Während meine NOCH Mitbewohnerin mal wieder nicht anzutreffen ist, gewinne ich mit Müh und Not die Schlacht gegen Ihre liebevoll herangezüchteten Maden.
Überall seucht und fleucht es.
Handschuhe, Desinfektionsspray, Augen zu und durch.

Zwischen Kurzmitteilungen und Telefonaten schlängeln wir uns irgendwie auf vier Uhr zu, verbringen jede freie Minute damit Gott und die Welt an uns vorbeiziehen zu lassen und verfangen uns irgendwann in der ersten Grundsatzdiskussion. Ich stelle mich ein Bisschen quer, weil ich finde, dass sie es falsch angegangen ist. Sie kommt Schritt für Schritt auf mich zu, redet zu ruhig, um mir irgendwie noch mehr Konfliktpotential zu liefern und ist dabei so lieb, dass ich nachgebe. Ich stimme dem dreiwöchigen Familienzuwachs zu.
Gesagt, getan. Sie macht Nägel mit Köpfen, fährt sofort nach Sopron in die Tötungsstation, schickt mir Bilder von der kleinen Dame und überlässt mir die Namensgebung. Garnicht so dumm. Gleich mal eine emotionale Bindung zwischen mir und der kleinen aufbauen. Ich habe sie durchschaut und sie weiss, dass ich es getan hab. Irgendwann können wir nicht mehr aufhören zu grinsen und ich bin so verdammt glücklich, könnte sie und die ganze Welt einfach nur umarmen, während Amie brav Pfötchen gibt.

(Manchmal klingt sie wie die kleine, grosse Schwester.
Die Vertrautheit wächst.
Irgendwann nehme ich die Beine in die Hand und sie wird mich festhalten.)

Amie lebt sich langsam ein, schläft schon nicht mehr zu verängstigt zwischen Wäschekiste und Wand und wird dem Loyalitätsbert gegenüber geradezu übermütig. Den juckt das alles irgendwie so garnicht. Er träumt.

Am Wochenende muss ich die Wohnung wahrscheinlich wegen überfüllung schliessen. Zwei Hunde, viel zuviele Mädchen, welche auf den Namen Julia hören, das Umzugskommando der NOCH Mitbewohnerin und irgendwo dazwischen sie, und ich und überhaupt alles, was mir gerade irgendwie Leben einhaucht.
16.7.10 09:06


nachgetragen / irgendwo dazwischen / vierundvierzigeinhalb.

wir fahren durch die Nacht, hören all diese Lieder, die mit dem ganzen Gefühl. Stehen fast zwei Stunden im Stau, als wir beide das Ortsschild sehen.
Chemnitz.
Das Herz hält.
Sie nimmt meine Hand, fragt mich mitten in der Nacht, ob sie mich zu ihr fahren soll .

Ich zögere kurz, einen kleinen Moment zögere ich, starre stumm auf die Lichter der Stadt.
Chemnitzcenter.

Der kleine Held träumt auf der Rückbank.
Er schlägt gerade seine Schlachten und ich beende meine vielleicht grösste. Weil es mir verdammt viel bedeutet hat.
Vertrautheit.
Dann lasse ich los.

Dresden.
Ihre fünf Minuten werden immer länger und mein Kopf immer schwerer. Irgendwann lege ich ihn auf Ihren Schoss und sie hält mich fest.
6.7.10 20:48


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